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Wer seine Fassade oder das Dach per Einblasdämmung dämmen lässt, steht vor der Frage: Welches Material soll eigentlich in die Hohlräume? Die gute Nachricht: Sie müssen das nicht allein entscheiden – wir beraten Sie dazu vor Ort. Aber es hilft, die Unterschiede zu kennen. Denn nicht jeder Dämmstoff passt in jede Wand.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Fünf Eigenschaften entscheiden, welcher Dämmstoff für Ihr Vorhaben am besten geeignet ist:
- Dämmwirkung (Lambda-Wert): Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Die meisten Einblasdämmstoffe liegen zwischen 0,032 und 0,045 W/(m·K).
- Brandschutz: Mineralische Dämmstoffe sind nicht brennbar (Baustoffklasse A1), andere werden schwer entflammbar ausgerüstet.
- Feuchteverhalten: Manche Dämmstoffe vertragen Feuchtigkeit besser als andere – wichtig für die Außenwand.
- Rieselfähigkeit & Setzung: Das Material muss sich gut einblasen lassen und darf später nicht absacken, weil sonst Kältebrücken entstehen.
- Preis und Ökologie: Vom günstigen Standard bis zum nachhaltigen oder Hochleistungsdämmstoff.
Der Lambda-Wert einfach erklärt
Was die Zahl bedeutet
Der Lambda-Wert beschreibt die Wärmeleitfähigkeit. Stellen Sie ihn sich wie eine Schulnote vor: je kleiner die Zahl, desto besser dämmt das Material. Ein Wert von 0,035 ist gut, 0,020 ist herausragend. Bei gleicher Wandstärke dämmt ein niedrigerer Lambda-Wert also stärker.
Die wichtigsten Dämmstoffe im Überblick
Glaswolle – der bewährte Allrounder
Glaswolle ist einer der am häufigsten verwendeten Einblasdämmstoffe für die Kerndämmung. Sie ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1), lässt sich problemlos auch in verwinkelte Hohlräume einblasen und füllt diese lückenlos. Ihr Lambda-Wert ist gut, sie verträgt Feuchtigkeit ordentlich und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für viele zweischalige Mauerwerke ist Glaswolle daher eine sehr solide Wahl.
Steinwolle – wenn Schallschutz zählt
Steinwolle ist eng mit Glaswolle verwandt, ebenfalls nicht brennbar und sogar etwas hitzebeständiger. Durch ihre höhere Dichte bietet sie einen besseren Schallschutz – das ist ihr Hauptvorteil. Dafür ist sie etwas teurer in Material und Verarbeitung. Sinnvoll vor allem dort, wo neben der Wärmedämmung auch Lärm ein Thema ist.
Zellulose – die ökologische Option fürs Dach
Zellulose wird aus recyceltem Zeitungspapier hergestellt und ist damit der nachhaltige Klassiker. Sie hat ein gutes Feuchteverhalten, speichert Wärme gut (was im Sommer vor Hitze schützt) und bietet ordentlichen Schallschutz. Mit Mineralsalzen wird sie schwer entflammbar gemacht. Zellulose spielt ihre Stärken besonders bei der Dämmung von Dachschrägen und Geschossdecken aus.
EPS-Granulat – günstig für die Fassade
EPS (expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich „Styropor") kommt als kleine Kügelchen zum Einsatz. Es ist feuchtigkeitsresistent, leicht zu verarbeiten und günstig. Nachteil: Es ist grundsätzlich brennbar und wird daher mit Flammschutz ausgestattet. Außerdem kann es durch kleine Öffnungen im Mauerwerk austreten, weshalb diese vorab gut abgedichtet werden müssen.
Aerogel – die Hochleistungslösung für schmale Hohlräume
Aerogel (auch Nanogel) ist der Dämmstoff mit der besten Dämmwirkung am Markt – sein Lambda-Wert von rund 0,020 ist konkurrenzlos. Das macht ihn ideal, wenn nur eine sehr schmale Hohlschicht zur Verfügung steht und trotzdem maximale Dämmung gefragt ist. Der Haken: Aerogel ist deutlich teurer als andere Materialien und kommt daher nur in speziellen Fällen zum Einsatz.
Perlite – mineralisch, aber selten
Perlite besteht aus aufgeblähtem Vulkangestein, ist unverrottbar und schimmelresistent. Allerdings ist die Dämmwirkung etwas schwächer, sodass mehr Material nötig ist. In der modernen Einblasdämmung wird Perlite daher eher selten als erste Wahl eingesetzt.
Welcher Dämmstoff für welchen Einsatz?
Die Faustregel
Grob gilt: Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk → meist Glaswolle, bei schmaler Hohlschicht Aerogel. Schallschutz wichtig → Steinwolle. Dachboden oder Geschossdecke → oft Zellulose. Günstige Fassadenlösung → EPS. Welcher Dämmstoff bei Ihnen konkret passt, hängt von Hohlraumbreite, Bauweise und Ihren Prioritäten ab.
Was am Ende zählt
Der „beste" Dämmstoff existiert nicht allgemein – nur der beste für Ihr konkretes Haus. Entscheidend ist, dass das Material zur Hohlraumbreite passt, eine bauaufsichtliche Zulassung für den Einsatzzweck hat und fachgerecht verdichtet eingeblasen wird, damit es nicht absackt. Genau das prüfen wir bei der Vor-Ort-Begutachtung – inklusive Endoskop-Kontrolle der Hohlschicht.
Welcher Dämmstoff passt zu Ihrem Haus?
Wir schauen uns Ihre Fassade an, prüfen die Hohlschicht und empfehlen Ihnen den passenden Dämmstoff – ehrlich und unverbindlich. Auf Wunsch beantragen wir als gelistete Energieberater auch direkt die Förderung.