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Viele Hausbesitzer wissen gar nicht, dass ihr Gebäude zweischalig gebaut ist – dabei ist das die ideale Voraussetzung für eine schnelle, günstige Dämmung. Bevor Sie einen Fachbetrieb rufen, können Sie mit ein paar Hinweisen schon selbst abschätzen, ob Ihr Haus dafür in Frage kommt.
Was ist ein zweischaliges Mauerwerk?
Ein zweischaliges Mauerwerk besteht aus zwei getrennten Wänden mit einem Zwischenraum. Die innere Wand trägt die Lasten des Gebäudes und besteht meist aus Ziegel, Kalksandstein oder Beton. Die äußere Wand – die Vormauerschale – schützt vor Wind und Wetter und ist oft eine sichtbare Klinkerfassade. Dazwischen liegt eine Luftschicht.
Und genau diese Luftschicht ist der entscheidende Punkt: Sie lässt sich nachträglich mit Dämmstoff füllen. Über kleine Bohrlöcher wird das Material eingeblasen, der Hohlraum wird zur Dämmschicht – und die Klinkerfassade bleibt unverändert.
5 Anzeichen, die Sie selbst prüfen können
Je mehr dieser Punkte auf Ihr Haus zutreffen, desto wahrscheinlicher ist ein zweischaliger Aufbau:
- Baujahr zwischen etwa 1920 und 1980: In dieser Zeit wurde zweischalig sehr häufig gebaut. Bei Häusern bis etwa 1940 ist der Hohlraum meist sogar noch komplett ungedämmt.
- Klinker- oder Sichtmauerwerksfassade: Statt verputzter Wand sehen Sie eine gut verfugte Ziegel- oder Klinkerfassade. Das ist das deutlichste äußere Zeichen.
- Tiefe Fensterlaibungen: Schauen Sie sich an, wie tief die Fenster in der Wand sitzen. Bei zweischaligem Mauerwerk wirken die Laibungen oft besonders tief und massiv.
- Wandstärke von rund 30 bis 48 cm: Messen Sie an einem Fenster oder einer Tür die Dicke der Außenwand. Typisch sind Werte um 30–36 cm oder 43–48 cm.
- Anderes Mauermuster außen: Die Vormauerschale zeigt häufig ein anderes Verbandsmuster als eine tragende Wand – ein Hinweis auf die getrennte Bauweise.
Tipp: Ein Blick in die Baupläne
Wenn Sie noch die Baupläne Ihres Hauses haben, achten Sie auf zwei parallele Mauerschalen mit einem schmalen Zwischenraum. Dieser eingezeichnete Spalt ist die Hohlschicht. Oft ist dort allerdings nur die Gesamtwandstärke angegeben – die genaue Breite der Luftschicht zeigt erst die Bohrprobe.
Wie viel Hohlraum muss es sein?
Damit sich eine Kerndämmung lohnt und technisch sauber funktioniert, sollte die Luftschicht in der Regel mindestens etwa 4 Zentimeter breit sein. Üblich sind Hohlschichten zwischen 4 und 12 Zentimetern. Je breiter der Hohlraum, desto mehr Dämmstoff passt hinein und desto größer der Effekt.
Bei besonders schmalen Hohlschichten muss das nicht das Aus bedeuten: Hochleistungsdämmstoffe wie Aerogel dringen auch durch feinste Spalten und dämmen selbst bei geringer Schichtdicke stark.
Sicherheit bringt die Bohrprobe
Die Anzeichen geben Ihnen eine gute erste Orientierung – aber letzte Gewissheit bringt nur die fachgerechte Prüfung. So gehen wir dabei vor:
- Probebohrung: Wir setzen an einer unauffälligen Stelle ein oder zwei kleine Bohrungen in eine Kreuzfuge der Klinker.
- Endoskop-Kontrolle: Mit einer kleinen Kamera schauen wir in die Wand: Ist die Luftschicht sauber? Wie breit ist sie? Liegen Mörtelreste oder Schutt im Hohlraum, die Feuchtigkeit leiten könnten? Sind die Maueranker intakt?
- Einschätzung: Auf dieser Basis sagen wir Ihnen ehrlich, ob und mit welchem Dämmstoff eine Kerndämmung sinnvoll ist.
Wichtig bei zweischaligem Mauerwerk
Bei einem zweischaligen Aufbau ist die Kerndämmung fast immer die erste und wirtschaftlichste Maßnahme – noch vor einer Außendämmung (WDVS). Denn sie nutzt den bereits vorhandenen Hohlraum, kommt ohne Gerüst aus und verbaut Ihnen nicht den Weg für spätere Schritte.
Fazit
Klinkerfassade, tiefe Fensterlaibungen, Baujahr 1920–1980 und eine Wandstärke um 30–48 cm: Wenn das auf Ihr Haus zutrifft, stehen die Chancen gut, dass Sie ein idealer Kandidat für eine Kerndämmung sind. Den endgültigen Nachweis liefert eine kurze Bohrprobe – die führen wir bei der Vor-Ort-Begutachtung gleich mit durch.
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