Inhalt

  1. Worum es geht: Das GEG bei Eigentümerwechsel
  2. Die drei wichtigsten Pflichten im Detail
  3. Die Zwei-Jahres-Frist
  4. Ausnahmen und Sonderfälle
  5. Wie Sie sich am besten vorbereiten
  6. Fazit

Worum es geht: Das GEG bei Eigentümerwechsel

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bündelt seit 2020 die Regeln zur energetischen Qualität von Gebäuden. Ein für Hauskäufer besonders wichtiger Teil: Bei einem Eigentümerwechsel werden bestimmte Nachrüstpflichten ausgelöst. Wer also ein älteres Haus kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss unter Umständen nachbessern – auch wenn das Haus jahrzehntelang unbeanstandet bewohnt wurde.

Der Gedanke dahinter: Der Eigentümerwechsel ist der natürliche Moment, um ein Gebäude energetisch auf einen Mindeststandard zu heben. Für Käufer bedeutet das aber: Diese Kosten sollten von Anfang an eingeplant werden.

Die drei wichtigsten Pflichten im Detail

Im Kern geht es um drei Maßnahmen, die das GEG nach einem Eigentümerwechsel verlangt – sofern sie nicht bereits erfüllt sind:

1. Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Daches

§ 47 GEG
Die oberste Geschossdecke (oder alternativ das darüberliegende Dach) muss so gedämmt sein, dass ein bestimmter Mindestwärmeschutz erreicht wird. Ist das nicht der Fall, muss nachgedämmt werden.

Das ist in der Praxis die häufigste Pflicht – und gleichzeitig die, die sich am einfachsten und günstigsten erfüllen lässt. Eine ungedämmte oberste Geschossdecke ist bei Altbauten am Niederrhein sehr verbreitet. Hier ist die Einblasdämmung oft die ideale Lösung: Der Dämmstoff wird in den Hohlraum der Decke oder auf den Dachboden eingebracht – schnell, sauber und förderfähig.

2. Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren

§ 69 GEG
Zugängliche Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen (etwa im Keller) müssen gedämmt sein, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Diese Maßnahme ist meist mit geringem Aufwand und wenig Kosten verbunden, wird aber oft übersehen.

3. Austausch veralteter Heizkessel

§ 72 GEG
Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen nicht mehr betrieben werden und müssen ausgetauscht werden. Wichtig: Brennwert- und Niedertemperaturkessel sind von dieser Austauschpflicht ausdrücklich ausgenommen.

Ob Ihr Haus betroffen ist, hängt also vom Typ und Alter der Heizung ab. Viele Heizungen der letzten Jahrzehnte sind Niedertemperatur- oder Brennwertkessel und dürfen weiter betrieben werden. Ein Blick auf das Typenschild oder in die Unterlagen schafft Klarheit – wir prüfen das beim Hauskauf-Check für Sie mit.

Die Zwei-Jahres-Frist

Wichtig: Wann die Frist startet

Die Pflichten müssen innerhalb von zwei Jahren ab der Eintragung ins Grundbuch erfüllt werden – nicht ab Notartermin oder Schlüsselübergabe. Maßgeblich ist der Grundbucheintrag.

Zwei Jahre klingen nach viel Zeit, vergehen aber schnell – gerade wenn parallel renoviert, umgebaut und eingezogen wird. Wer die Maßnahmen früh plant, kann sie sinnvoll mit anderen Arbeiten kombinieren und Geld sparen.

Ausnahmen und Sonderfälle

Es gibt wichtige Ausnahmen von der Sanierungspflicht:

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall. Welche Pflichten konkret für Ihr Objekt gelten, klären wir gerne persönlich.

Wie Sie sich am besten vorbereiten

Der klügste Zeitpunkt, sich mit diesen Pflichten zu beschäftigen, ist vor dem Kauf – nicht erst danach. Denn wenn Sie schon bei der Besichtigung wissen, welche Sanierungen das GEG verlangt und was sie kosten, können Sie das in Ihre Kaufentscheidung und sogar in die Preisverhandlung einfließen lassen.

Genau dafür gibt es unseren Hauskauf-Check: Wir kommen mit zur Besichtigung, prüfen den energetischen Zustand, sagen Ihnen welche GEG-Pflichten greifen und was die Umsetzung ungefähr kostet. So kaufen Sie mit offenen Augen.

Und der Vorteil danach: Da wir Ihr Haus dann bereits kennen, können wir die fälligen Maßnahmen – allen voran die Dämmung der obersten Geschossdecke – direkt und ohne erneuten Termin für Sie umsetzen.

Fazit

Die Sanierungspflicht nach dem GEG ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund zur Planung. Wer früh weiß, was auf ihn zukommt, kann die Maßnahmen sinnvoll kombinieren, Fördermittel nutzen und die Kosten im Griff behalten. Die häufigste Pflicht – die Dämmung der obersten Geschossdecke – lässt sich mit einer Einblasdämmung oft schnell, günstig und gefördert erfüllen.

Haus gekauft oder kurz davor?

Wir sagen Ihnen, welche GEG-Pflichten für Ihr Objekt gelten und was die Umsetzung kostet – beim Hauskauf-Check schon vor dem Kauf, oder direkt bei der Planung danach.

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